
Obwohl es Compliance-Anfordungen schon seit langem gibt, hat erst der Sarbanes-Oxley Act (SOX) die Diskussion darüber so richtig in Gang gebracht. Das US-Bundesgesetz wurde nach zahlreichen Bilanzskandalen im Jahr 2002 verabschiedet und soll das Finanzwesen in Unternehmen transparenter machen.
Mit dem Sarbanes-Oxley Act (SOX) will der US-Kongress die Zuverlässigkeit der Buchführung garantieren und Datenmanipulationen ausschließen. Dazu nimmt SOX Unternehmen und Wirtschaftsprüfer gleichermaßen in die Pflicht und verlangt die Prüfung und Dokumentation des internen Kontrollsystems. Die Richtigkeit der Bilanz müssen Vorstände nun per Eid bestätigen und können bei falschen Angaben dafür haftbar gemacht werden. Für Furore sorgte der Abschnitt 802 im SOX-Gesetzestext. So kann die Zerstörung oder Veränderung von aufbewahrungspflichtigen Unterlagen mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft werden. Von dem Gesetz sind alle US-Firmen und ausländische Unternehmen einschließlich Tochterfirmen betroffen, deren Aktien an US-Börsen gehandelt werden.
Bilanzfälschungen bei Enron und WorldCom
Auslöser für den Sarbanes-Oxley Act war der Bankrott der beiden Unternehmen Enron und Worldcom. In beiden Fällen hatten Wirtschaftsprüfer Bilanzmanipulationen nicht bemerkt oder nicht bekannt gegeben. Der Energiekonzern Enron war bis zu seinem Zusammenbruch 2001 eines der sieben größten US-Unternehmen. Nach jahrelangen Gewinnmeldungen gab der Konzern im dritten Quartal 2001 plötzlich einen Verlust von über 600 Millionen US-Dollar bekannt. Daraufhin brach die Enron-Aktie ein und der Bankrott folgte kurze Zeit später. Beim Telekommunikationsunternehmen WorldCom hatten die Manipulationen einen noch größeren Umfang. 3,8 Milliarden US-Dollar an Aufwendungen wurden dort irrtümlich als Anlagevermögen ausgegeben und durch Bilanzmanipulationen konnte der Konzern 3,3 Milliarden US-Dollar als Gewinn verbuchen.